Humboldt hoch 4 – das Mauritianum eröffnet am 30.06.2019 ab 14 Uhr als erstes der vier beteiligten Museen im Altenburger Land  die Sonderausstellung „Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts“.

4 Museen des Altenburger Landes nehmen 2019 in einer gemeinsamen Ausstellungsreihe das Leben Alexander von Humboldts und sein Wirken auf die Region in den Blick.

Hier sehen Sie einen kleinen Vorgeschmack:

Als der Mensch den europäischen Kontinent vor etwa 50.000 Jahren besiedelte begannen die großen Grasfresser auszusterben. Die ganz Großen verschwanden zuerst – Waldelefant und Nashörner. Es folgten weitere bis in die heutige Zeit. Nur wenige, als Jagdwild genutzt und geschützt, blieben.

Große Graser wie Auerochse, Wisent, Büffel, Wildpferd oder Wildesel prägten ihren Lebensraum – sie entwickelten parkartige Graslandschaften. Viele Tier- und Pflanzenarten sind wiederum auf diese Landschaften angewiesen. Mit dem Aussterben der großen Graser veränderte sich unsere Landschaft und der Mensch begann selbst die Landschaft zu verändern. Die heutige Industrie-Agrarlandschaft ist das derzeitige Ergebnis… .

Fehlen die großen Graser in unserer Landschaft? Kann der „moderne Auerochse“ – die Kuh in der Milchviehanlage – ein Ersatz dafür sein oder sollten Auerochse, Wildpferd und Co. wieder in unserer Landschaft Fuß fassen? Gibt es Möglichkeiten für einen Ersatz ausgestorbener Tierarten?

Die Sonderausstellung Auerochse, Wildpferd & Co. – Mitteleuropas ausgestorbene „BIG FIVE“ stellt die einstigen großen Graser Europas vor und spannt den Bogen vom Beginn des Aussterbeprozesses bis in die Gegenwart, wo Konzepte als Ersatz gesucht und erprobt werden.

Eröffnungsvortrag: Edgar Reisinger (Naturforschende Gesellschaft Altenburg): „Weidelandschaft und Ästhetik“


Wisent Reisinger

Wisentbulle aus dem Projekt „Wisent-Wildnis im Rothaargebirge“

Foto: NfGA/ E. Reisinger


Pöllwitz Endtmann

Einsatz von Heckrindern zur Rettung der Heide im Pöllwitzer Wald (Projekt der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg)

Foto: NfGA/ E. Endtmann


Der Star macht seinem Namen alle Ehre: er ist ein Superstar der Stimmenimitation und ein exzellenter Synchronflieger. Ob es die Gesänge anderer Vogelarten sind oder Umgebungsgeräusche, Handyklingeln, Hundebellen, Weckerticken, Polizeisirene, Autoalarmanlage – der Star versteht es, diese perfekt zu imitieren und in seinen Gesang einzubauen. Ein einzigartiges Naturschauspiel, mit dem kaum eine andere Vogelart aufwarten kann, bietet die Schwarmbildung der Stare. Besonders in Teichgebieten ist im Herbst allabendlich eine Stunde vor Sonnenuntergang zu beobachten, wie imposante Schwarmwolken aus vielen tausend Staren am Himmel auftauchen, perfekt synchronisierte Flugmanöver vorführen, bevor sie sich schlagartig im Schilf niederlassen. Obwohl der Star nicht selten und zahlreich zu beobachten ist, wurde er vom NABU zum Vogel des Jahres 2018 ausgewählt. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie es um unsere eigentlich häufig vorkommenden Vogelarten bestellt ist. Seit der Jahrtausendwende sind seine Bestände rückläufig, da seine bevorzugten Lebensräume wie Weiden, Wiesen und Felder immer intensiver genutzt werden. Er benötigt Baumhöhlen zum Brüten und Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation, in denen er Würmer und Insekten findet. Doch Hecken und Feldgehölze „stören“ beim intensiven Bewirtschaften der Äcker. Auch die zunehmende Haltung von Nutztieren ausschließlich in Stallanlagen setzt dem Star zu. Grasen keine Weidetiere, so fehlt auch deren Mist auf der Weide und damit die dadurch angelockten Insekten, eine wichtige Nahrung für den Star. Aktuell brüten etwa zwei Millionen Staren-Paare weniger in Deutschland als noch vor zwanzig Jahren.

 „Der Star – Imitationstalent und Formationskünstler“ heißt die neue Sonderschau, die am Dienstag, dem 20. März im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg eröffnet wird. Eindrucksvolle Fotos und Plakate beleuchten seine „Talente“, erzählen über seine Lebensweise und machen auf die Gefährdungsursachen aufmerksam. Um 18 Uhr stellt Museumsdirektor Mike Jessat den Vogel des Jahres 2018 im Rahmen seines Eröffnungsvortrages näher vor. Interessenten sind herzlich eingeladen.

Vogel Star Wildlife

Foto: NABU, Georg Dorff

 
 

Mehr als 50 Jahre lag die ethnographische Sammlung des Altenburger Naturkundemuseums Mauritianum im Dornröschenschlaf. Die mehr als 1000 Objekte fassende Sammlung wurde in den 1950er Jahren an das Julius Riemer Museum in der Lutherstadt Wittenberg abgegeben. Damals sollte sich das Mauritianum lediglich zu einem regionalen Naturkundemuseum profilieren. Die Beschäftigung mit der Ferne war nicht erwünscht.

Doch seit 2008 beschäftigen sich die „Mauritianer“ wieder mit diesem fast vergessenem Sammlungsteil. Jährlich eine Ausstellung zu ethnologischen Fragestellungen weckte erste Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt standen beispielsweise Länder wie Usbekistan, Afghanistan, Mali oder Australien. Die Themen hatten stets einen starken Bezug zur dortigen Umwelt und dem Umgang mit vorhandenen bzw. fehlenden Ressourcen. Altenburg richtete seinen Blick wieder in die Ferne.

2012 kam dann auch die ethnographische Sammlung nach Altenburg zurück. Einige der Museumsobjekte wurden bereits in einer Sonderausstellung gezeigt. Aber weit mehr lagerte quasi hinter den Kulissen. Einige dieser Objekte wurden in den vergangenen Jahren zum Forschungsgegenstand für Studenten aus Berlin, Leipzig und Dresden. „Alte Stücke in jungen Händen“ nennt sich folgerichtig die Sonderausstellung des Mauritianums, die am Sonntag, dem 21.10.2017 um 15.00 Uhr eröffnet wird. Sie präsentiert ausgewählte Arbeiten der Studenten: Objektbeschreibungen, Recherchen zur Herkunft und Verwendung, aber auch die umfangreiche Restaurierung einer Holzfigur aus Neuirland

Die Eröffnung der Ausstellung wird musikalisch begleitet. Richard Schäffer aus Berlin beschäftigte sich als Student der Ethnographie mit den asiatischen Saiteninstrumenten. Bei seiner Betrachtung konnte er die Studienarbeit mit seiner Hauptprofession, der Musik, verbinden. Als Multi-Instrumentalist und Komponist, der sein Handwerk unter anderem bei den Musikern von Gundermann, Silly, Renft, Lift und MSB lernte, werden er und sein Bandkollege Jean auf musikalischen Umwegen zum Obertongesang gelangen.  Dieser hierzulande wenig bekannten Gesangsart verdanken wir die Entwicklung der Streichinstrumente. Überraschungen sind garantiert!

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Samurai-Rüstung aus dem 14. Jahrhundert

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In den letzten 10 Jahren erwarb das Mauritianum unter der Trägerschaft der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e. V. zahlreiche bedeutende Kollektionen, die von Wissenschaftlern, Forschern und Sammlern über Jahrzehnte – vor allem  in ihrer Freizeit –  zusammengetragen wurden. Für einige von ihnen war es eine Lebensaufgabe – sie haben mit ihrer Sammlung ein Lebenswerk hinterlassen!

Forscherdrang, Wissensdurst und Neugier, aber auch Faszination, Begeisterung und Freude sind die zentralen Motive, die die Sammler zum Sammeln motiviert haben. Sie sammelten selektiv, um vor allem in die Tiefe zu gehen und für sich oder andere Interessierte Erkenntnisgewinne zu schaffen, denn Sammeln und der Entwurf von Hypothesen sind eng miteinander verknüpft. Somit sind ihre gesammelten Objekte nicht etwa nur Zeugnisse einer vergangenen Zeit, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur Beantwortung aktueller und zukünftiger Forschungsfragen.

Mit dem Eingang der Kollektionen in die Museumssammlung werden diese zum nationalen Kulturgut. Sie dauerhaft zu bewahren und der Forschung zur Verfügung zu stellen, gehört zu den Aufgaben des Museums.

 

Vorgestellt werden die Sammlungen von:

Wolfgang Reißmann – Federsammlung

Ulrich Poller – Insektensammlung (Schmetterlinge, Käfer, Hautflügler)

Egon Jungmann – Sammlung mitteleuropäischer und tropischer Schmetterlinge

Dr. Hans-Joachim Bellmann – Geologische Sammlung/ Bau- und Dekorationsgestein

Peter Baum – Geologische Sammlung/Schwerpunkt fossile Hölzer

Walter Ludwig – Bitterfelder Bernstein-Inklusen

Dr. Roland Fuhrmann – Sammlung Bitterfelder Bernstein, Quartärmollusken- und Ostrakodensammlung

Klaus Strumpf – Pflanzensammlung

Am 04. April. 2017 um 18.00 Uhr lädt das Naturkundemuseum Mauritianum zur Eröffnung der Kabinett-Ausstellung „Achat, Quarz, Turmalin….. – Minerale aus aller Welt. Sammler des Arbeitskreises Mineralogie Altenburg stellen sich vor.“ einschließlich eines mineralogischen Vortrages ein.

Mit dieser Ausstellung gewähren die Mitglieder des Arbeitskreises Mineralogie Altenburg dem Publikum einen Blick in ihre eigenen, oftmals bereits über Jahrzehnte zusammengetragenen Mineralien-, Gesteins- und Fossiliensammlungen.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung spricht Frank Hrouda vom Museum für Naturkunde Gera in seinem reich bebilderten Vortrag zum Thema „Pseudomorphosen – Die Lügner unter den Mineralien“. Schon jedem Mineraliensammler ist es einmal passiert, dass er in seiner Sammlung eine Mineralstufe vorgefunden hat, bei der nichts zusammen passt. Die Kristallform, die ein bestimmtes Mineral vermuten lässt, passt überhaupt nicht zur Härte, usw.

Minerale entstehen bei sehr unterschiedlichen, aber genau definierten Druck- und Temperaturbedingungen. Ändern sich diese Bedingungen, so verändern sich unter Umständen auch die zuvor gebildeten Minerale. Manchmal behalten sie ihre ursprüngliche Form bei. Das neu entstandene Mineral füllt den Raum (Kristall) des erst gebildeten Minerals aus und liegt nun in der Kristallform des nicht mehr existierenden Minerals vor. Genau dann liegt eine Pseudomorphose – eine „Lügengestalt“ – vor, etwas ganz Besonderes.

Im Vortrag wird eine ganze Reihe bekannter und „exotischer“ Pseudomorphosen von nationalen und internationalen Fundstellen vorgestellt. Außerdem wird versucht, die verschiedenen Typen von Pseudomorphosen anhand von Beispielen voneinander abzugrenzen.

Die Veranstaltung mit anschließendem Vortrag beginnt um 18.00 Uhr im Vortragsraum des Mauritianums. Interessierte sind herzlichst dazu eingeladen.

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Antimonit pseudomorph ersetzt durch Stibiconit,

19 x 10 cm, Fundort: San José Mine, Wadley,

Bundesstaat San Luis Potosi, Mexiko.

Foto: Frank Hrouda

Vom 2. März bis 27. April 2016 liegt die Glasarche III vor dem Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg vor Anker.
Die Glasarche III ist ein Kunstprojekt, das von 2016 bis 2018 in Mitteldeutschland auf Tour geht. Ihre Ankunft vor dem Mauritianum bildet den Auftakt für das Jubiläumsjahr „200 Jahre Naturforschung in Altenburg“.
Anlässlich unseres Jubiläums „200 Jahre Naturforschung in Altenburg“ eröffnen wir am 2. März 2017
 

um 16.30 Uhr

die Sonderausstellungen

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Unterwegs in Sachen Biodiversität I

Projekte der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg

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Unterwegs in Sachen Biodiversität II

Stationen „Natura 2000″ der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg

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Die Ausstellungen werden eröffnet von

Ministerin Anja Siegesmund

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

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Foto: (Reiner Eckel)

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Vor 200 Jahren wurde in Altenburg eine Gesellschaft zur Erforschung der Natur gegründet – die Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. Sie legte auch den Grundstein für die naturwissenschaftlichen Sammlungen – das „Handwerkszeug des Naturforschers“. 90 Jahre später fanden die Sammlungen im Mauritianum ihre Heimstätte.
Seit 10 Jahren befindet sich das Mauritianum in Trägerschaft der Naturforschenden Gesellschaft. Seitdem wurde die museologische Aufgabe um eine Komponente erweitert – das Gestalten von Natur und Gesellschaft.
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Die erste deutsche Mission in Australien nahm in Altenburg ihren Anfang. Die Dresdner Missionare C. Schürmann und Chr. G. Teichelmann werden 1838 in der Altenburger Bartholomäikirche ordiniert und anschließend in die südaustralische Region um Adelaide ausgesandt. Aus Dankbarkeit für die Möglichkeit ihrer Ordination senden sie 334 australische Vögel und ethnographische Objekte nach Altenburg. Ihrer emsigen Sprachforschung vor 185 Jahren ist es zu verdanken, dass die verloren geglaubte Kaurna-Sprache der australischen Einwohner heute wieder aufleben kann.
 
Fotos Australienausstellung
 

Zur Eröffnung der Sonderausstellung
Altenburg – Australien – „Eine Sammlung gegen das Vergessen“ oder „Wie Vogelpräparat Nr. 984 eine Sprache rettete“
am 15. Dezember, 19 Uhr möchten wir Sie ganz herzlich in das Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg einladen.
Freuen Sie sich auf eine unterhaltsame Einführung in die Ausstellung durch die Museumsmitarbeiter.
Mike Jessat und Kathrin Worschech sowie die Ethnologen Jennifer Barschinski und Olaf Günther.
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Am Dienstag, dem 30. Juni, eröffnete das Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg um 18 Uhr die neue Sonderausstellung zum Vogel des Jahres 2015 „Der Habicht – ein verfolgter Jäger“. Dem Jahr des lachenden Grünspechts folgt 2015 das Jahr des Habichts, der nicht immer ein heiteres Leben hat. Dabei wird unser Jahresvogel seit jeher bewundert für sein Jagdgeschick: Äußerst wendig verfolgt er seine Beute auch im Unterholz und fängt sie mit höchster Präzision. Von Natur aus jagt er unter anderem Tauben und Hühnervögel, was ihm den wenig schmeichelhaften Ruf als „Hühnerhabicht“ einbrachte, der zur Strecke gebracht werden muss.

Obwohl die Jagd auf Greifvögel seit 1970 verboten ist, werden sie abgeschossen, gefangen oder vergiftet. Zielart Nummer eins der illegalen Greifvogelverfolgung ist dabei der Habicht. Über Generationen haben die Tiere daher gelernt, wachsam gegenüber dem Menschen zu sein. Auf dem Land ist der wendige Jäger scheu und kaum zu sehen. Anders in der Stadt: Seit den 1980er Jahren besiedeln Habichte immer mehr europäische Metropolen. So weist Berlin inzwischen eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit auf.

Goshawk (Accipiter gentilis) Lappeenranta Finland, March 2005