ENL Projekt “Aktionsnetz Gelbbauchunke Jena & Saale”

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

 

Projektlaufzeit Mai 2022 – März 2023

 

Die wenigen verbliebenen isolierten Vorkommen der Gelbbauchunke (Bombina variegata) entlang der Saale in Thüringen bilden die nordöstliche Verbreitungsgrenze der Art. Historisch war die Art in ganz Ostthüringen sehr weit verbreitet. Die Saaleauen und ihre Nebenflüsse & -bäche waren dabei typische Habitate, die Saale vermutlich ein klassischer Ausbreitungskorridor.  

Thüringen trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt der Gelbbauchunke, da ihre thüringenweite Bestandssituation ein Aussterben befürchten lässt. Die Gelbbauchunke wird in der FFH-Richtlinie in Anhang IV und II gelistet und ihr Bestand in der kurz vor der Veröffentlichung stehenden, aktuellen Roten Liste Thüringens aus 2021 weiterhin als „vom Aussterben bedroht“ eingeschätzt.

Hauptziel des Projekts ist der Aufbau einer Metapopulationsstruktur mit Habitat- und Laichgewässerkomplexen um Jena. Dabei sollen die verbliebenen Vorkommen durch geeignete Maßnahmen vernetzt werden. Der Aufbau von Metapopulationsstrukturen soll helfen die Vorkommen auch mittel- und langfristig zu stützen und damit vor dem Aussterben zu bewahren. Außerdem soll ein Konzept zur Revitalisierung des Verbreitungsgebiets entlang der Saale erstellt und erste Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu sollen geeignete Flächen zur Habitatentwicklung ermittelt und geeignete Maßnahmen entwickelt werden. Dies beinhaltet auch die Prüfung geeigneter Strukturen und Flächen zur Habitatkomplexentwicklung und die Machbarkeit einer Wiederansiedelung. All dies soll helfen die Art in der Region wieder zu stabilisieren und damit zu erhalten.

Die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit soll zur Sensibilisierung für die Belange der Art und die Notwendigkeit für deren Schutz beitragen. Hierfür werden unter anderem öffentliche Exkursionen angeboten.

Die aktuelle Projektlaufzeit umfasst maßgeblich die Planungsphase. Eine Fortführung des Projekts auch für die kommenden Jahre ist bereits in Planung und wird sich größtenteils mit der Maßnahmenumsetzung beschäftigen.

 

Ansprechpartnerin
Susanne Wehrhan
Naturforschende Gesellschaft Altenburg (NfGA) e.V.
c/o Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“
Dorfstraße 22 | 07646 Renthendorf

Tel.: 0151/54900126
E-Mail: wehrhan@nfga.de