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Rob2025-07-06 11:48:072026-01-28 13:59:16Schwimmende Inseln im Altenburger Großen Teich?Die Ethnologische Sammlung
des Mauritianum in Altenburg
Auszüge aus der Fotodokumentation der Afrikasammlung im Rahmen eines
Provenienz-Erstchecks in Zusammenarbeit mit dem Museumsverbund Thüringen 2023

Eine hohe Anzahl von Sammlungsgut kam unter kolonialen Kontexten aus außereuropäischen
Gebieten nach Europa. Der Zeitraum erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte und kann mit der
europäischen Expansion Ende des 15. Jahrhunderts angesetzt werden.
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Die Herkunft von Objekten aus kolonialen Kontexten meint nicht nur solche, die aus
formalen Kolonien nach Europa kamen.
+
Es handelt sich allgemein um Erwerbskontexte in Zusammenhang mit Gewalt und/oder
asymmetrischen Machtverhältnissen in Gebieten außerhalb und innerhalb Europas.
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Dabei gelangten Objekte nicht nur in ethnologische Museen, sondern fanden ihren Weg auch in
Museen mit anderen Sammlungsschwerpunkten. Oftmals sind die Erwerbsumstände dieser Bestände
in den Museen, die sie aufbewahren, heute nicht (mehr) bekannt.
Die Objekte und Objektgruppen
der Afrikasammlung des Mauritianum
Am 13. März 2019 veröffentlichte ein Zusammenschluss von Vertreter:innen der Länder, Bund und
kommunale Spitzenverbände ein Eckpunktepapier zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen
Kontexten.
Darin wird die Provenienzforschung als Grundlage genannt, um Sammlungsgut zu identifizieren,
welches besonders gewaltsam entzogen wurde. Einrichtungen werden aufgefordert,
ihren Bestand zu untersuchen.
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Die Dokumentationslage und die Personalsituation sind jedoch oft nicht ausreichend,
um im Museumsalltag der Identifizierung von problematischem Sammlungsgut aus kolonialen
Kontexten nachzugehen.
~
Im Zuge der Umsetzung des Eckpunktepapiers richtete das
Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste, ebenfalls im Jahr 2019, den Beratungs- und Förderbereich
für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten ein.
Korb und Flechtwerk
Seit Anfang des Jahres 2021 ist es möglich, für die Durchführung von sogenannten Erstchecks
Förderungen zu erhalten. Dadurch soll kursorisch der Sammlungsbestand auf mögliche
Verdachtsmomente untersucht werden.
Diese Verdachtsmomente ergeben sich aus der Art des Sammlungsgutes,
der kulturellen Bedeutung für Urhebergesellschaften, den Erwerbsumständen in
Bezug auf koloniale Tätigkeiten der Vorbesitzer:innen und im Zusammenhang mit Zeitpunkten in
bestimmten Gebieten, in denen eine gewaltvolle Aneignung wahrscheinlich ist.
Als Grundlage für die Bearbeitung und des Selbstverständnisses des Erstchecks
dienen die Leitfäden zum Umgang mit menschlichen Überresten und der Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut
aus kolonialen Kontexten des Deutschen Museumsbundes.
Ausgehend von der Dokumentationslage in den Einrichtungen und den Objekten selbst,
wird der Sammlungsbestand auf die genannten Verdachtsmomente hin untersucht.
Eine Eingrenzung auf bestimmte Eingangszeiträumen erfolgt in der Regel nicht.
Lederarbeiten
Die externe Recherche schließt die Lektüre von Forschungsliteratur, Archivbesuche
sowie Anfragen an andere Expert:innen und Einrichtungen ein.
Der Museumsverband Thüringen e. V. nimmt sich nach der Durchführung von Erstchecks im NS-
Bereich nun den Bereich der kolonialen Kontexte vor. Im Vorfeld wurden Museen nach ihrem
Bestand aus außereuropäischen Gebieten befragt, um den Bedarf an einer Durchsicht von
Sammlungsbeständen zu ermitteln.
Das Projekt „Erstcheck zu außereuropäischen Sammlungsbeständen im
Naturkundemuseum Mauritianum in Altenburg, im Stadtmuseum Gera, in der Staatlichen
Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in
Rudolstadt und im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg“ wird im Auftrag und unter der
Betreuung von der Koordinierungsstelle des Museumsverbandes Thüringen e. V. durchgeführt.
Weitere Gebrauchsgegenstände
Die Erfahrungen der bisher durchgeführten Erstchecks zeigen, dass oft neue Erkenntnisse zur
Geschichte der Museen, der Sammlungsgeschichte und der historischen Bezüge einzelner Objekte
gefunden werden.
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Zudem eröffnen sich Kontexte und Querverbindungen einzelner Museen und
(lokaler) kolonialer Akteur:innen.
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Die Erstchecks tragen dazu bei, dass Museumsleitung und -träger mehr kulturelle Sensibilität
und Sicherheit bei dem musealen Umgang mit und bei Anfragen zu Sammlungsgut aus
kolonialen Kontexten erhalten.
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Das „Naturkundemuseum Mauritianum“ in Altenburg war das fünfte Museum, das im Erstcheck zu
außereuropäischen Sammlungsbeständen untersucht wurde. Die Recherchen vor Ort erfolgten an
sieben Tagen zwischen dem 12. Juni und dem 27. Juni 2023.
Waffen
Schlussbetrachtung
Wozu fordert uns die Ethnologische Sammlung des Mauritianum heraus ?
- Die Objekte der ehemaligen Völkerschauen wandeln sich heute zu einem Spiegel unserer eigenen Geschichte.
- Unsere Gesellschaft muss zu dieser Vergangenheit eine neue Haltung entwickeln.
- Dazu ist es notwendig auch unsere Sammlung zu erforschen um diese in einen modernen wissenschaftlichen Kontext zu stellen.

Bei dem Museumsdirektor Mike Jessat, dem Sammlungsbetreuer Thomas Fanghänel, der Archivleiterin
Kathrin Worschech und dem Ethnologen Olaf Günther möchte ich mich herzlich für Ihre äußerst freundliche,
geduldige und fachkundige Auskunft und Unterstützung bedanken.
Ich danke außerdem den Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle des Museumsverbandes Thüringen e. V.
für die Betreuung und für ihre Anregungen.
Hannah Romstedt
Erfurt, den 6. August 2023
Video Spurensuche: „Die Ethnologische Sammlung des Mauritianum in Altenburg„
Im Altenburger Mauritianum geht es gerade detektivisch zu.
Im Rahmen eines Projektes hat man sich auf Spurensuche begeben. Es geht um die ethnografische Sammlung.
Mehr über die Ethnographische Sammlung des Mauritianum
Pfahlbau – Modelle aus Venezuela
Publikationen: können direkt im Mauritianum erworben oder bestellt werden. Bei Interesse richten Sie Ihre Bestellungen bitte an info@mauritianum.de@














































































